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Besuch Elternhaus 2016

Nach über einjähriger Pause war es mal wieder soweit: am 09.06.16 machten sich sieben Mitglieder des Aktionsteams für das Elternhaus Göttingen auf den Weg zu einem Besuch des Elternhauses.

Im vergangenen Jahr gab es bedingt aus Gesundheits- und Altersgründen diverse Wechsel im Aktionsteam. Alle neuen Mitglieder sind natürlich sehr neugierig, wie das Elternhaus aussieht, und was es sonst noch Neues gibt. Außer dem Besuch am 09.06. stehen zeitnah zwei weitere Besuchstermine an. Evtl. wird in diesem Jahr auch noch ein vierter Besuch vereinbart.

Bei für diesen Sommer schönem Wetter ging es gegen 17.00 Uhr von Goslar los. In Göttingen angekommen erwartete Fr. Hildebrandt-Linne vom Elternhaus Göttingen die Gruppe. Da das Aktionsteam in Goslar seit Jahren so rege ist, wollte es sich Herr Gericke, der zweite Vorsitzende des Elternhausvorstandes, nicht nehmen lassen, die Gruppe zu begrüßen und mit durch das Haus zu führen. Herr Gericke staunte nicht schlecht als er erfuhr, dass seine Führung beim ersten Elternhausbesuch des damals noch sehr kleinen Teams im Sommer 2007 einen riesigen Motivationsschub geleistet hat, der im Grunde bis heute anhält.

Die Führung begann im schönsten Raum des Hauses, dem Spielzimmer. Der Raum strahlt eine Wärme und Behaglichkeit aus, die kaum in Worte zu fassen sind. Spiele und Spielzeug in vielfältiger Auswahl mit Kuschelinsel und allem was das Herz begehrt. Und die Puppenmuttis und Puppenpapies haben durch die ins Grüne führende Glasbauweise den Eindruck im Freien zu spielen. Gerade für Kinder in einer Behandlungszwischenphase, wo ein stundenweiser Besuch des Elternhauses erlaubt wird, ist diese Spielinsel ein kleines Paradies.

Der Eingangsbereich mit Tischfußball und Billiardtisch wird aktuell neu gestaltet. Die Bildergalerie wurde zu groß und muß jetzt umziehen. Auch hier empfängt die Besucher gleich das Gefühl des Wohlbefindens. Die Haustafel zeigt auf, dass das Haus wieder fast voll belegt ist. Herr Gericke berichtet: dem Elternhilfeverein war schon immer bewußt – und es wurde auch immer schon so gelebt – dass der begleitende Dienst nach dem Tod eines Kindes für die Familien sehr, sehr wichtig ist.

Es stellte sich durch das Erleben immer häufiger dar, dass noch viel mehr getan werden muß, viel mehr Hilfe nötig ist. Daher wurde ein Elternzimmer in Nähe des Verwaltungsbereichs zu einem Gesprächsraum umfunktioniert und zum Anlaufpunkt für die betroffenen Familien. Herr Miest ist jetzt ausschließlich für diese Familien da. 0b Gespräche vor 0rt, Besuchstermine zu Haus – was auch immer der Familie wichtig ist und / oder den Weg halbwegs zurück in den normalen Alltag erleichtert, wird hier unterstützt.

Weiter geht es durch das Wohnzimmer und das Jugendzimmer. Beide behaglich eingerichtet, immer mit Blick direkt in den Garten. Auch in diesen Räumen finden sich Spendengelder aus Goslar wieder.

Die Küche, praktisch und gemütlich eingerichtet, erfuhr an diesem Abend eine große Beliebtheit. Mehrere Eltern kamen aus der Klinik zurück und nutzten die Gelegenheit zum Abschalten und Kräfte sammeln.

Außenbereich

Über den Hof gehend bewunderten alle Besucher die gut durchdachten Spielmöglichkeiten für die Kinder, häufig Geschwister. Gerade für Geschwister ist diese Zeit in der Familie besonders schwer zu ertragen. Da helfen liebevolle Unterstützung durch das Elternhausteam und auch ein schöner Spielbereich. Herr Gericke und Frau Hildebrandt-Linne führten die Gruppe in den Kreativraum. Ein kleiner Raum, wieder mit Blick in den Garten, in dem Kreativität in jedweder Form ausgelebt werden kann. Dieser Raum wird zu den Geschwisternachmittagen genutzt. An diesen Nachmittagen geht es ausschließlich um die Geschwisterkinder, ihre Wünsche, Fragen, Bedürfnisse. Wie wichtig diese Nachmittage sind stellt das Elternhausteam nach jedem durchgeführten Nachmittag fest. Es ist einfach nur schön, wenn Kinderaugen, die sehr lange traurig waren, auch einmal so richtig strahlen.

Fr. Hildebrandt-Linne erzählte von einer Mutter, die lange Stunden am Bett ihres Sohnes verbrachte und abends bis spät in die Nacht ihre Aufträge als selbstständige Schneiderin abarbeitete, um nicht zusätzlich zu den vielen Sorgen noch ihre Kunden zu verlieren. Der Blick in den Garten wird durch rankende Weinreben leicht eingeschränkt. Die Besucher erfuhren, dass dieser Wein ein Geschenk des Bauleiters des Elternhauses ist. Seitdem rankt der lustig am Haus hoch und lädt alle zum Naschen der Trauben ein. Im vergangenen Jahr trugen die Reben erstmals so viel, dass daraus ein paar Flaschen Wein gekeltert wurden. Alle im Elternhaus sind gespannt, wie der „Wein vom Papenberg“ schmeckt.
Im Raum lagerte auch eine Palette: der neue Lichtblick, der nun verteilt wird. In Goslar liegen Exemplare beim „Kreativen Kinder- und Sommerfest“ im real,- Goslar aus 15.07. und 16.07. aus.

Vom Brand gezeichnet

Anschließend wurde die Gruppe in den Besprechungsraum geführt, der im letzten Jahr durch einen Schwelbrand in der Teeküche in Mitleidenschaft gezogen wurde. Inzwischen sind alle Reparaturen ausgeführt. Dennoch ist der Charme des Raumes nicht mehr ganz so wie vorher. Aber alle im Elternhaus sind überglücklich, dass es keinen Personenschaden gab. Der Besprechungsraum liegt in einem Bereich des Hauses, in dem sich nicht ständig Menschen aufhalten. Nach dem Brand entstand die Befürchtung, dass ein normaler Rauchmelder evtl. einmal nicht gehört wird. So wurden im gesamten Haus die Rauchmelder gegen Funkbrandmelder getauscht, die mit einer Sicherheitsfirma verbunden sind.

Auf dem Weg durch den oberen Flur hingen wieder viele Fotos zu denen es die eine oder andere Erzählung gab. Tief beeindruckte alle Besucher ein Foto von einem Baum, innen wie ein Herz gewachsen, mit vielen Zweigen und Ästen. Das Braun des Baumes, die Farben in den Zweigen und Ästen, die bunten Punkte darin – und das ganze Foto überstrahlt von Gelb- und 0rangetönen. Ich kann mich nicht erinnern, einmal etwas bewegenderes, mitnehmenderes gesehen zu haben. Dieses Foto sprach mich in einer Weise an, die ich erinnerbar noch nicht erlebt habe. Wir erfuhren, dass dieser Baum am Wochenende für verwaiste Familien entstanden ist. Dass Familien die Möglichkeit haben in einer unsagbar schlimmen Zeit für sich so etwas zu erarbeiten ist allein schon jedes Engagement wert.

Aktionsteam aus Goslar ist einer der drei Hauptsponsoren des Elternhaus Göttingen

Nach der Besichtigung der freien Wohnung ging es in den Garten zu einem kleinen Imbiß. Hier beantworteten Fr. Hildebrand-Linne und Herr Gericke die vielen Fragen der Besucherinnen und Besucher. Herr Gericke erklärte, dass das Aktionsteam aus Goslar mit seinen regelmäßig sehr hohen Spenden aktuell einer der drei Hauptsponsoren des Elternhauses ist. Das Aktionsteam nimmt auch an der dm-Ausschreibung „Helferherzen“ teil. Hierüber wurde ebenso rege gesprochen wie über das neue Angebot des Elternhauses: alle 14 Tage Samstag „Elternabendessen“ und am Sonntag „Elternfrühstück“. Ein ehrenamtliches Team will die Eltern regelmäßig ein wenig verwöhnen.

Einige Besucher wollten Handyfotos von den Räumen machen und kamen dabei mit den Eltern ins Gespräch. Es ist einfach unfaßbar, was manche Familien ertragen müssen. Es ist aber auch unvorstellbar, dass es das Elternhaus nicht mehr gibt. Daher ist auch diese Gruppe des Aktionsteams einhellig der Meinung: wir dürfen (wollen wir auch gar nicht) nicht aufhören – wenn wir es schaffen sollten wir sogar noch mehr tun.

Wenn auch Sie gern einmal ehrenamtlich tätig sein wollen – und das in einem tollen Team …. dann melden Sie sich einfach.

Karin Kolan – Leiterin Aktionsteam für das Elternhaus Göttingen

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